Anmerkungen zu dem Video "El mundo es",  

Mitschnitt des Konzertes in Cali, Valle del Cauca, vom 21. Juli 2002

Solo tengo que cerrar los ojos y ahí está. Tan viva y fresca como ese 21 de junio de 2002: la plaza de coros llena por completo…todo el público  quieto durante la siguiente media hora, después de haber terminado el concierto. Todos estábamos plenos, emocionados…felices! Fue una experiencia conmovedora llena de fuerza, de profundidad; de esa alegria sencilla que nos produce lo simple y lo silvestre. Abrir esa puerta en mi memoria, me trae de nuevo sus risas y sus voces, me hace sentir en medio de un rio travieso y juguetón que corre lleno de vida en medio de una pintura.

Ich muss nur die Augen schließe um es vor mir zu sehen. So lebendig und neu wie an jenem 21 Juni 2002: Der Platz der Chöre voller Menschen…das ganze Publikum auch eine halbe Stunde nach dem Konzert noch in Schweigen gehüllt. Wir waren alle tief berührt und hingerissen…glücklich! Es war ein bewegende Ereignis voller Kraft, Tiefe; von jener Freude, die uns das Einfache und Wilde in uns hervorruft. Öffne ich die Tür meiner Erinnerung, dann kommt das Lachen und die Stimmen wieder zurück, ich fühle mich wie inmitten eines frechen und verspielten Flusses, der voller Leben mitten durch ein Gemälde fließt.

Liliana Montes

So beschreibt die bekannte kolumbianische Sängerin Liliana Montes, die ebenfalls in diesem Konzert vom 21. Juni 2002, in welchem die Kinder die Hauptrolle innehatten, auftrat, ihre Erlebnisse.

  El mundo es… Die Welt ist…

El mundo es una casita
Muy redonda, redondita

El mundo es
una casita
muy redonda
redondita

El mundo es de agua,
de tierra

de luz

El mundo es
una casita
muy redonda
redondita
Limita al norte con una mano
limita al sur con una flor
y entre oriente y occidente
espera mi corazón

a orillas de un mar de cosas

a orillas de un mar de gente

Señoras y Señores
El circo del mundo..

Niños, perros, piedras, flores, valles,
ríos, casas,
nubes, mares, vacas, montes,
peces, gente, viento y playas,
minas, panes y quebradas
zancudos y mariposas,
selvas, lagunas y chozas,
animales y personas,
lunas, caballos y ceibas,
insectos, aves y rosas,
noches, días, sol, estrellas
y cien millones de cosas!!!

Todos vivimos, todos soñamos
todos sentimos y respiramos

El mundo es
una casita
muy redonda
redondita

El mundo es una flor
que la mano
va deshojando,
va deshojando,
va deshojando,
va dehojando
El mundo es una casita
muy redonda,
redondita

El mundo es

Die Welt ist ein kleines Haus,
vollkommen rund, ganz rund,

Die Welt ist
ein kleines Haus
vollkommen rund,
ganz rund

Die Welt ist aus Wasser
aus Erde

aus Licht

Die Welt ist
ein kleines Haus
vollkommen rund
ganz rund
Im Norden grenz sie an eine Hand
Im Süden grenzt sie an eine Blume
und zwischen Westen und Osten
ruht erwartungsvoll mein Herz

an den Ufern unendlich vieler Dinge

an den Ufern unendlich vieler Menschen

Meine Damen und Herren
der Zirkus der Welt

Kinder, Hunde, Steine, Blumen, Täler,
Flüsse, Häuser,
Wolken, Meere, Kühe und Berge,
Fische, Leute, Wind und Strände,
Stollen, Brot und Schluchten,
Moskitos und Schmetterlinge,
Wälder, Seen und Hütten,
Tiere und Menschen,
Monde, Pferde und Kapokbäume,
Insekten, Vögel und Rosen,
Nächte, Tage, Sonne und Sterne
und hundert Millionen Dinge!!!

Wir leben alle, wir träumen alle,
alle fühlen wir und alle atmen wir

Die Welt ist
ein kleines Haus
vollkommen rund
ganz rund

Die Welt ist eine Blume
die von der Hand
entblättert wird
entblättert wird
entblättert wird
entblättert wird
Die Welt ist ein Haus
vollkommen rund,
ganz rund

Die Welt ist


Hinter dem Projekt von "Arte y Parte", dessen Gründer Julián Rodríguez ist, steckt ein Konzept, das es deutlich von anderen Chören unterscheidet, wobei nicht nur die schiere Anzahl der beteiligten Kinder, über 4000 aus einer einzigen Stadt, Cali,  es deutlich abhebt von anderen Chören. Kaum ein Chor  schafft es, Musik derart in den öffentlichen Raum zu drücken, erreicht eine derartige Mobilisierung der Kinder, deren Eltern, der Verwandschaft, der involvierten Schulen und der politisch Verantwortlichen.

Der Chor ist der spielerische Gegenentwurf zu dem, was die Kinder täglich erleben: Eingrenzung und Ausgrenzung, Gewalt und wenig Handlungsoptionen. Sie erleben sich als Akteure, die gemeinsam mit anderen etwas schaffen können, was nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Umgebung verändert. Er fördert die Kreativität, und mit der Kreativität, die zwar nie Antworten gibt, aber die Realität immer in Frage stellt, auch das Selbstbewusstsein.

  Bemerkungen zu dem Spanisch der iberischen Halbinsel und zum Spanisch Südamerikas 


Die spanische Aussprache ist, bis auf das berühmte r, auf das wir im Teil Aussprache ausführlich eingehen, einfach. Eine detailliert Analyse des Lautsystems, wie wir sie bei der www.franzoesisch-lehrbuch.de gemacht haben und teilweise auch auf der www.italienisch-lehrbuch.de und der www.englisch-lehrbuch.de , wäre nicht sinnvoll, wir haben es von daher unterlassen und uns darauf beschränkt, den gesamten Kurs zu vertonen. Punkt. Ende der Durchsage. Wer Spanisch kann, kann sich im gesamten Spanisch sprechenden Raum problemlos verständlich machen.

Was jetzt kommt, brauchen Sie nicht zu lesen. Trotzdem kann man mal ein paar Worte darüber verlieren, insbesondere über die Unterschiede zwischen südamerikanischem Spanisch und dem Spanisch der iberischen Halbinsel, da sie ja im Handel Kurse finden, die vorgeben, das eine oder das andere zu vermitteln und damit suggerieren, dass es sowas überhaupt gibt, ein Spanisch der iberischen Halbinsel und ein Spanisch Südamerikas. Das ist nämlich Unsinn, so etwas gibt es nicht. Spricht man vom Spanisch der iberischen Halbinsel, dann ist der Akzent gemeint, der in der Gegend von Burgos, Salamanca, León gesprochen wird. Diesen Akzent haben Sie in den zips, die mit "spanisch" gekennzeichnet sind. Das ist die "Norm" der iberischen Halbinsel. Das ist allerdings nicht der Akzent, den Sie auf der gesamten iberischen Halbinsel finden. Arbeiten Sie länger mit diesem Kurs, in den tatsächlich Tonbeispiele aus den verschiedensten Gegenden der iberischen Halbinsel integriert sind (entweder in den "paseos" oder unter "ejercicio", werden Sie feststellen, dass es auch Akzente gibt, die von dieser "Norm" abweichen. Hüten Sie sich davor, über spanische Akzente ein Urteil zu fällen, es bringt nichts. Es bringt auch im Deutschen nicht viel. Etwas verwickelter ist die Situation in Südamerika. Einen einheitlichen "Akzent" der in ganz Südamerika als Norm akzeptiert würde, gibt es nicht. Auf die Idee, das Spanische Südamerikas als Einheit zu sehen, kommen nur die Leute, die aufgrund gemeinsamer Merkmale, die für alle Akzente Südamerikas typisch sind (kein "th" wie in Zaragoza, helleres "ch", weichere Tonmelodie) dieses als Einheit auffassen. Fiktiv wird die Sache aber schon dann, wenn man unter Südamerika eine Einheit versteht. Südamerika setzt sich zusammen aus sehr vielen unterschiedlichen Ländern, mit jeweils eigenem Radio, Fernsehen, Zeitungen etc., die in der Lage sind, einen jeweils spezifischen Akzent als Norm zu etablieren.
Südamerikaner sind, hatten sie Kontakt zu anderen Südamerikanern, in der Lage aufgrund des Akzentes die Herkunft zu bestimmen. Jenseits dieses im jeweiligen Land als "Norm" geltenden Akzentes, gibt es dann aber auch Akzente, die nicht mehr der Norm des jeweiligen Landes entsprechen. In Kolumbien zum Beispiel gilt das Spanische an der Küste als von der kolumbianischen Norm abweichend, in Bolivien entspricht das Spanische
in St.Cruz nicht der Norm etc. Es wird zwar verstanden, aber an diesen Akzenten entzünden sich dann die gleichen Diskussionen, die wir auch vom Deutschen her kennen. Wie genau die Spanisch sprechende Welt die jeweiligen Akzente bewertet, ist schwer zu ermitteln. Der Autor hat hier mal eine statistisch nicht repräsentative Umfrage gestartet. Wahrscheinlich ist es so, dass die Südamerikaner jeden offiziellen Akzent Südamerikas als
gleichwertig ansehen, wohingegen Spanier öfters, aber keinesfalls immer (!), Akzenten gegenüber eine eher ablehnende Haltung einnehmen. Unter Umständen ist die Ablehnung dann besonders hoch, wenn der Sprecher die "Norm" auf der iberischen Halbinsel spricht. Das Muster der Diskussion unterscheidet sich also höchstwahrscheinlich nicht grundlegend von dem in anderen Sprachen zum selben Thema geführten Diskussion. Die Diskussion an sich ist zwar nicht besonders spannend, dafür taucht sie aber alle paar Jahre wieder auf und wird dann mit denselben Argumenten wieder geführt. Auch der Kernwortschatz, das ist vielleicht sogar wichtiger, als die verschiedenen Akzente, ist überall der Gleiche. Wer aber sehr tief einsteigt, wird
feststellen, dass jedes Land ein spezifisches (auch wenn dieses nur sehr klein ist) Vokabular besitzt, das nur in dem jeweiligen Land benutzt wird. Vacano (toll), chévere (toll), quadrar (planen) findet man nur in Kolumbien, mono (hübsch), pasada (Gaudi) nur in Spanien, der Guagua ist nur auf den Kanaren und in manchen Ländern Südamerikas ein Bus und die chompa nur in Bolivien ein Pullover. In einem sehr, sehr geringen Umfang, der als Anekdote interessant, aber faktisch bedeutungslos ist, haben Wörter
auch eine andere Bedeutung. Auch wenn der öffentliche Nahverkehr in Mexiko mittels camiones (Lastwagen) durchgeführt wird, fahren die Mexikaner in Bussen durch die Stadt und nicht in Lastwagen. Wer allerdings in Mexiko im Restaurant eine tortilla bestellt, bekommt eben keinen "Kartoffelkuchen", sondern Crepes auf Maisbasis. Auf sehr, sehr hohem Niveau, also bei bekannten Schriftstellern wie Mario Vargas Llosa, Julio Cortázar, Gabriel García Márquez etc. etc. kann das spefizische Vokabular zum Problem werden. Man braucht dann tatsächlich einen Internetanschluss, um die Bedeutung eines Wortes zu ermitteln. Metaphysik für Fortgeschrittene ist dann die Frage, nach der ästhetischen Wirkung der spanischen Akzente. Während wir
uns bei deutschen Dialekten sehr schnell einig werden, dass ein Gedicht, zu etwas völlig anderem wird, wenn es in Dialekt vorgetragen wird (Beispiel hier), sind spanische Akzente in der Regel ästhetisch neutraler. Man kann also z.B. ein Gedicht von Gustavo Adolfo Bécquer in jedem Akzent vortragen. Das Wesentliche bleibt erhalten.


  Musik 

Wir hatten ursprünglich nicht vor, Musik auf so hohem Niveau zu produzieren. Das war nicht geplant, das ist einfach so gekommen. Menschen, die in der Lage sind, selber zu komponieren, sind sehr rar, systematisch suchen kann man sie nicht, man kann nur auf den Zufall hoffen. Wir wollten eigentlich ursprünglich nur bekannte spanische Kinderlieder vertonen und diese didaktisch nutzen. Mit der Musik, die jetzt in dem Kurs enthalten ist, können wir ein Stück der Kultur der spanisch sprechenden Welt zeigen. Das halten wir für wichtig. Denn in der Regel ist es nicht die Sprache selbst, die eine Bereicherung bedeutet, sondern das tobende Leben, das sich hinter der Sprache verbirgt. Allerdings kann man hier noch einige gewichtige Anmerkungen machen: So wie der Musikmarkt momentan organisiert ist, stellt er nicht die bunte Vielfalt der Kulturen dieser Welt da, sondern die graue Einheit eines von wenigen Verlagen dominierten Marktes. Das Problem hat einen Namen: Es heißt GEMA. Die GEMA tritt auf mit dem Anspruch, die Rechte der Musiker zu schützen, de facto schützt sie sie die Musik der bekannten Verlage, da sie das Spektrum der spielbaren Musik drastisch einschränkt. Sie verhindert, dass im spanischen Kulturkreis bekannte Komponisten wie Violeta Para, Eduardo Auto, Frederico Zitarrosa, Genaro Osvaldo Rodríguez etc. etc. überhaupt vermarktet werden. Die Argumentation, sie schütze
deren Rechte, ist fadenscheinig, weil (1) ohne Vermarktung die Rechte sinnlos sind und (2) auch bestritten werden kann, dass die GEMA den Komponisten überhaupt irgendwelche Tantiemen zufließen lässt, wenn sie, wie dies teilweise zutrifft, über diese nichts weiß. Die Repertoire Datenbank ist nämlich teilweise fehlerhaft. Man findet dort Komponisten gelistet, über die oder deren Erben die GEMA keine weiteren Informationen hat. Es ist relativ schwierig, jemandem Geld zu überweisen, über den man außer dem Namen nichts weiß. Die Situation, dass das GEMA Repertoire Komponisten beinhaltet, die eigentlich gar nicht mehr in dahin gehören, weil sie ihre Mitgliedschaft bei der GEMA selbst oder deren Schwestergesellschaften nicht erneuert haben, ist teilweise nachvollziehbar, teilweise hat es System. Registrierte sich ein Komponist vor 50 Jahren bei der GEMA oder einer ihrer Schwestergesellschaften, dann ist er erstmal Mitglied des Zusammenschlusses der Verwertungsgesellschaften. So weit so gut. Stirbt er dann aber und weder er noch seine Erben erneuern die Mitgliedschaft, müsste er gelöscht werden. Dies geschieht, nach den Recherchen des Autors, aber praktisch nie. Die GEMA weigert sich selbst dann einen Komponisten zu löschen, wenn sie klar darauf hingewiesen wurde, dass ihre Angaben falsch sind. Man muss schon sehr gutgläubig sein, um hier kein System zu erkennen. Es ist sowohl für die Verwertungsgesellschaften wie auch für die Verlage interessant, einen Anspruch auf das musikalische
Weltrepertoire zu erheben. Für die Verlage bedeutet es Eliminierung der Konkurrenz, weil ohne die GEMA das tatsächlich gespielte Repertoire drastisch größer wäre. Unternehmen wie die infos24 GmbH würden dann tatsächlich nach den Komponisten, bzw. deren Erben forschen und Geld überweisen, bzw. wenn die Komponisten oder Erben nicht auffindbar wären, Geld in soziale Projekte stecken. Für die GEMA ist die kaum
substantiierte Behauptung, das Welterpertoire zu vertreten, ebenfalls interessant. Je größer der Anteil, der sich ihrer Kontrolle entzieht, desto geringer sind die Einnahmen. Was für die Verlage oder für die GEMA gut ist, muss aber nicht gut sein für die kulturelle Vielfalt. Der Autor ist sehr dafür, dass man sich über Raubkopierer und Ähnliches im Internet unterhält. Er ist sehr dafür, klar zu machen, dass Kreativität eine Infrastruktur braucht und ohne diese nicht existieren kann. Allerdings ist er auch gegen Denkbarrieren und für Transparenz. Die Musikindustrie bricht wohl nicht wegen den Raubkopierern zusammen. Sie bricht zusammen, weil sich die Kreativität neu organisiert, sich ein System schafft, das ihrem Anliegen enstpricht. In diesem System ist weder für die Verwertungsgesellschaften noch für die Musikverlage Platz. Sie werden verschwinden und das ist gut so. Die infos24 GmbH braucht weder die GEMA noch die Verwertungsgesellschaften um die Kreativität, die um den Globus kreist, wachzurütteln. Keiner braucht ein bürokratisches Megamonster, dessen Funktionsweise keiner mehr versteht. Und die Künstler brauchen die dreimal nicht. Ein System, das im Grunde mit 400 Liedern funktioniert und immer das gleiche Geduddel durch den Äther sendet, ist völlig uninteressant. Ob die Bundesregierung mit der Novellierung des Urheberrechts die wesentlichen Aspekte des Problems erkannt hat oder ob man nicht doch hätte ein bisschen mehr über GEMA und Co hätte nachdenken können, ist inzwischen egal. Die Welt ist bunt, die Welt ist rund und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Wir danken Julián Rodríguez, Miroslava Rodríguez Martínez, Cristina Rico, Ernesto Araiza Monter und allen Mitgliedern der Gruppe Letras Vivas.

näheres unter: Link

Die Lieder wurden komplett übersetzt (unter dem Menüpunkt ejercicios). Ein sinnvolle Übung ist es also, sich klar zu machen, was die Texte bedeuten, die Wörter zu lernen und sich dann das Lied ein paar Mal anzuhören. Die Lieder werden ab März nächsten Jahres auch als CD (lauffähig in jedem CD Player) verkauft. Hierfür wird in Mexiko im Moment das Booklet erstellt, das die CD begleiten wird und das die Texte didaktisch aufarbeitet. Die kann man dann kaufen, das Geld schieben wir zu 100 Prozent weiter. Sie fördern dann Kreativität direkt, zu 100 Prozent und nicht über den Umweg riesiger Bürokratieren. Davon haben Sie ganz konkret was. Denn ohne Kreativität und der Kultur hinter einer Sprache, ist eine Sprache in etwa so interessant, wie ob in China ein Rad umfällt.

HAVE FUN!


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